03/04/2026 0 Kommentare
7 Woche Ohne - Der Passionsblog der Emmaus Gemeinde
7 Woche Ohne - Der Passionsblog der Emmaus Gemeinde
# Aktuelle Neuigkeiten

7 Woche Ohne - Der Passionsblog der Emmaus Gemeinde

Liebe Gemeinde,
die Passionszeit ist angebrochen. Gerne wollen wir Sie mitnehmen in diese Zeit. Dazu wird es jeden Mittwoch in diesem Blog einen neuen Impuls oder eine kleine Andacht zum Nachlesen geben von einer/m unserer Pfarrerinnen oder Pfarrern. Die Texte orientieren sich dabei an dem jährichlichen Motto der evangelischen Kirche: "7 Wochen ohne". In diesem Jahr heißt es "Mit Gefühl! 7 Wochen ohne Härte". 7 Wochen voller Gefühl, jede Woche ein neues – alle unterschiedlich und doch alle so menschlich.
Woche 1: Sehnsucht - Ein Beitrag von Pfarrerin Sander
Sehnsucht
… nach Anerkennung
… nach dem verstorbenen Freund
… nach Zeit zur freien Verfügung
… nach einer, die dich versteht
… nach einem Leben in körperlicher und finanzieller Sicherheit
… nach der Person aus der Nachbarklasse
…
Warum sehnt man sich auf deutsch eigentlich nach etwas? Ich vermute: weil die Sehnsucht sich anfühlt, als sei man abgehängt, als hinge man hinterher.
Das Objekt der Sehnsucht, das, was fehlt, ist vielleicht gar nicht allzu weit entfernt, aber dennoch unerreichbar, egal wie sehr man sich streckt, wie doll man sich verbiegt gar zerschmilzt, vergeht.
Das Herz will aus dem Körper schlagen, zieht nach außen.
Die Bibel kennt vor allem die Sehnsucht nach Gott. Aber auch von der Sehnsucht nach einem Kind wird erzählt, von der Sehnsucht nach einer gerechten Welt, von der Sehnsucht nach Linderung von Leid, das Gott fortnehmen möge.
Ich fand es schon oft tröstlich, dass die Bibel nicht nur von Figuren erzählt, deren Sehnsucht rein auf Spirituelles und Jenseitiges gerichtet ist, sondern von Menschen voller Verzweiflungen, Herzenswünschen und Klagen – und dass Gott all das hört und annimmt.
So wünsche ich uns eine gesegnete und gefühlvolle Passionszeit!
Psalm 42, 2-12:
2Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir.
3Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue?
4Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?
5Daran will ich denken und ausschütten mein Herz bei mir selbst: wie ich einherzog in großer Schar, mit ihnen zu wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken in der Schar derer, die da feiern.
6Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er mir hilft mit seinem Angesicht.
7Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, darum gedenke ich an dich im Lande am Jordan und Hermon, vom Berge Misar.
8Deine Fluten rauschen daher, und eine Tiefe ruft die andere; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich.
9Am Tage sendet der Herr seine Güte, und des Nachts singe ich ihm und bete zu dem Gott meines Lebens.
10Ich sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mich vergessen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt?
11Es ist wie Mord in meinen Gebeinen, wenn mich meine Feinde schmähen und täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott?
12Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.
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Woche 2: Weite - Ein Beitrag von Pfarrerin Hellmann
Weite im Kopf – mitten im Alltag
„Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst und kennst die Not meiner Seele und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine Füße auf weiten Raum.“ (Psalm 31,8–9)
Passionszeit? Viele merken davon heute kaum noch etwas. Zwischen Meetings, Einkäufen, Streaming und Terminen rauscht diese Zeit einfach vorbei. Und doch passt sie erstaunlich gut in unseren Alltag. Denn sie erinnert an etwas, das viele von uns kennen: das Gefühl, dass das Leben manchmal ziemlich eng wird.
Der Kalender ist voll. Der Kopf auch. Erwartungen von allen Seiten. Und irgendwo dazwischen wir selbst – oft angespannt, manchmal müde, manchmal innerlich festgefahren. Weite fühlt sich anders an.
Der alte Psalm bringt es überraschend modern auf den Punkt: Gott sieht mein Leben. Nicht nur die schönen Instagram-Momente, sondern auch das, was eng macht. Stress. Sorgen. Die „Not der Seele“, wie es dort heißt. Und dann dieser starke Satz: Du stellst meine Füße auf weiten Raum.
Weite – das ist genau das, was vielen fehlt. Nicht unbedingt mehr Urlaub oder mehr Geld. Sondern innerer Raum. Luft zum Atmen. Die Freiheit, nicht ständig getrieben zu sein. Die Erfahrung: Ich bin mehr als meine To-do-Liste.
Passionszeit kann deshalb auch für moderne Menschen eine Einladung sein: kurz innehalten. Einen Moment ohne Kopfhörer. Ein paar Minuten ohne Bildschirm. Sich erinnern, dass das eigene Leben nicht nur aus Funktionieren besteht.
Gott will nicht einengen, sondern weiten. Nicht zusätzlichen Druck machen, sondern festen Boden geben. Mitten im normalen Alltag.
Vielleicht beginnt Weite heute mit einem einfachen Gedanken: Ich muss nicht alles allein tragen. Und vielleicht sogar mit diesem alten Gebet: Du stellst meine Füße auf weiten Raum.
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Woche 3: Verletzlichkeit - Ein Beitrag von Pfarrer Lukas Werthschulte
Jesus sprach zu seinen Freunden: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wachet! Und er kam und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Simon, schläfst du? Vermochtest du nicht eine Stunde zu wachen? -Markus 14,34.37
Verletzungen zeigen sich ganz unterschiedlich. Mal körperlich in Form von Wunden oder gebrochenen Knochen. Mal in Form von Verletzungen, die unter die Haut gehen. Da kann selbst die Seele Narben bekommen.
Jesus kennt beide Arten. Die körperliche und die seelische. Heute soll es um einen Moment der seelischen Verletzung für Jesus gehen. Da ist Jesus, der zumindest erahnen kann, was demnächst auf ihn zukommt. Der tiefste Angst um sich und sein Leben hat. Der auf seine Freunde baut, die den größten Teil des Weges mit ihm gegangen sind. Und die? Schlafen ein, obwohl er sie doch darum bat, wachzubleiben und für ihn zu beten. Jesus wird verletzt.
Die Szene wird nicht aufgelöst. Sie wird nicht im nächsten Moment durch ein heiliges „Ach, ist doch nicht so schlimm“ von Jesus abgemildert. Jesus wird vor den Augen seine Freunde verhaftet. Und die Verletzung? Die bleibt. Zumindest erstmal.
Und genau da kommen wir zu unserem Vergleich mit den körperlichen Verletzungen zurück: Denn beim Körper wissen wir genau, dass eine Verletzung nicht sofort durch die eine richtige Bewegung oder das eine richtige Einrenken aus der Welt ist. Nein, Verletzungen brauchen Zeit, um zu heilen. Ich denke, dass wir in Bezug auf unsere Seele eine ähnliche Gnade entwickeln müssen. Heilung, auch die, die von Gott direkt kommt, braucht Zeit. Sowohl körperlich als auch seelisch. Wenn wir gekränkt und seelisch verletzt wurden, dann darf das auch einfach mal dauern.
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Woche 4: Mitgefühl - Ein Beitrag von Pfarrer Bernd Naumann
„Freut Euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden!“ -Römer 12,15
Menschen sind fähig, Mitgefühl zu zeigen. Echtes Mitgefühl sogar. Und das ist nicht nur eine Eigenschaft, welche man vor allem Frauen zumisst, sondern wir können immer wieder feststellen, dass das auch vor den hartgesottenen Zeitgenossen unserer Schöpfung nicht Halt macht.
Echtes Mitgefühl! Und das in unseren Zeiten. Vielleicht denken Sie jetzt: Schön wär’s ja. Merke aber nicht viel davon. Überall ist doch der Ton rauer, der Umgang aggressiver geworden. Das ist verständlich, gut nachvollziehbar.
Aber noch einmal: Wir sind zu Mitgefühl fähig!
Kennen Sie Punch? Nein? Punch ist ein kleines Äffchen, ein Japanmakake in einem japanischen Zoo. Er wurde von seiner Mutter nicht angenommen und von den anderen Makaken erst einmal weggebissen und war allein im Gehege. Bilder dieses verstörten und einsam wirkenden Äffchens gingen um die Welt. Ein Affenbaby, das automatisch nach Nähe sucht, um zu überleben. So „adoptierte“ Punch einen Stoff-Orang-Utan. Er kuschelte sich an die Ersatzmutter an, nahm sie überall mit sich hin, machmal unter ziemlich großen Kraftaufwand.
Das Bild und später Filmaufnahmen gingen viral, wurden millionenfach voller Mitgefühl kommentiert. Das Äffchen hatte plötzlich so viele Follower und wurde zu einem weltweiten Durchhalte-Meme, beinahe ein Vorbild für alle, die in einer Situation waren, in welcher man durchhalten muss.
Erstaunlicherweise rühren uns Menschen Bilder und Filme von Tieren, zumal Tierkindern immer wieder so an, dass wir es millionenfach kommentieren. Anders sieht es da schon aus, wenn es darum geht, Menschen in Not ebenso voller Empathie zu betrachten und auf sie zu reagieren.
Das fängt schnell an bei dem Obdachlosen in der Stadt, bei den Menschen aus Katastrophengebieten, bei den Flüchtlingen, selbst, wenn die Aufnahmen Kinder zeigen. Meist ist die Reaktion ein Schlimm, aber… .
Warum wir unser Mitgefühl nur so selektiv zu geben bereit sind? Manchmal ist es unser uns selbst verborgenes Mysterium. Eine Psycholog:in würde uns das schon gut erklären können, warum wir derartige Unterschiede machen. Oft unterbewusst.
Paulus wusste das. Er wusste, dass die Menschen untereinander oft nicht fähig waren, spontane Gefühle miteinander zu teilen, diese Gefühle anderen, die es vielleicht dringend brauchen, zu schenken.
Paulus meint es aber ganz einfach:
Freut Euch mit, wenn jemand sich freut.
Lacht mit, wenn andere fröhlich ist.
Schweigt mit, wenn jemand nur Eure Anwesenheit braucht.
Weint mit, wenn einer weint.
Sprecht zu einer, wenn sie reden will.
Nicht mehr und nicht weniger. Damit ist nicht gemeint, die Verantwortung für diese Menschen zu übernehmen, Probleme für sie zu lösen oder Lösungsmöglichkeiten für sie aufzuzeigen. Ihre Probleme zu den unsrigen zu machen, nur weil ich nicht schnell den Rücken zuwende. Es ist eher unsere eigene Interpretation, die wir auf den oder die Menschen übertragen. Indem wir so etwas machen, wird es für uns sehr schnell zu dem, was dieser Mensch eigentlich möchte und von uns verlangt. Das setzt uns unter Druck und überträgt uns scheinbar eine Verantwortung, welche wir eigentlich nicht bereit sind für einen, möglicherweise sogar vollkommen fremden Menschen zu übernehmen. Damit stellen wir uns selbst eine Falle, die uns schnell hindert, spontanes, nicht erst reflektiertes Mitgefühl zu schenken.
Paulus war das klar, vielleicht ging es ihm ja genau so. Aber er wusste auch, dass diese vorbehaltlose Weise, miteinander umzugehen, die Grundlage für Kontakt im Leben, auch in der Gemeinde sind, auch wenn man sich nicht kennt. Aber indem ich so reagiere, bleibe ich eigenständig und mein Gegenüber bleibt es auch. Und trotzdem entsteht eine oft sehr vertrauliche Gemeinschaft, die von zwei wichtigen Dingen getragen wird: ich nehme die Gemütslage eines anderen wahr. Das setzt erst einmal Zurückhaltung voraus. Und dann? Dann tröste ich vielleicht, wo das nötig ist durch Zuhören, vielleicht durch Weinen, vielleicht durch Reden, vielleicht durch eigenes Erzählen… Es gibt viele denkbare Möglichkeiten.
Solche Kontakte haben immer einen schönen Effekt: alle Gefühle können sich auf mehrere Schultern verteilen, das macht die belastenden einfacher zu tragen und die schönen werden anderen geschenkt.
Und Punch, der kleine Affe? Der hat durchgehalten und wurde nach einer nicht ganz leichten Zeit für ihn, die er mit seiner Ersatz-Orang-Utan-Mama durchgestanden hat, von einer anderen Gruppe Japanmakaken aufgenommen und akzeptiert. Und die Älteren dieser Sippe kümmern sich jetzt um das Affenkind. Auch das ging unter großer Erleichterung viral und zeigt, wie die Menschen innerlich fähig sind zu Mitleiden, aber auch zum Mitfreuen.
Das ist es, was in dieser Passionszeit vor Ostern uns hin- und her schüttelt. Freude und Leiden liegen oft ein Wimpernschlag auseinander. Wie viel und gleichzeitig wie wenig ist da oft eine Hinwendung zu einem anderen Menschen und ist sie auch noch so kurz.
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Die Beiträge zu Woche 5 und 6 wurden aus Krankheitsgründen nicht geschrieben. Wir bitten um Entschuldigung und versuchen diese so schnell wie möglich nachzureichen!
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Woche 7: Furcht und große Freude - Ein Beitrag von Pfarrer Bernd Naumann
Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es den Jüngern zu verkünden. (Matthäus 28,8)
Kennen Sie das auch? Diesen Wiederspruch? Dass man gleichzeitig sich fürchten und sich freuen kann? Nein, sagen Sie jetzt? Entweder das eine oder das andere… So, gut. Das ist verständlich.
Aber wenn Sie jetzt Furcht mit Beklemmung, großer Sorge und Unverständnis über das, was passiert, gleichsetzen, dann könnte das schon ganz anders aussehen. Das ist eher nachvollziehbar. Wir freuen uns riesig auf etwas, das vor uns liegt, eine Reise vielleicht, nach Übersee in eine andere Welt, andere Kultur…aber gleichzeitig ist uns etwas mulmig zumute, ob das alles so klappen wird, wie wir uns das vorstellen. Zu viele Möglichkeiten, welche die Reise zu einem Alptraum werden lassen könnten, gehen uns im Vorfeld durch den Kopf. Und hier und da sorgen wir auch vor, damit wir alle Risiken möglichst minimieren. Und trotzdem ist dann in der Realität alles anders, wenn wir erst einmal angekommen sind.
So etwa muss es den Frauen ergangen sein, von denen Matthäus berichtet. Jesus war in eine extra erworbene Grabstätte gelegt worden, eine Art Höhle in den Felsen. Den Eingang hat man mit einem schweren Felsen verschlossen. Und beide, Maria und Maria von Magdala, mussten in ihrer Trauer einfach zum Grab gehen, wollten sehen, ob dort alles in Ordnung sei. Ob sie mit etwas Unvorhergesehenem gerechnet haben, wissen wir nicht. Es trieb die beiden Frauen einfach heraus, sie mussten etwas tun, anders als die Jünger, welche sich aus Angst und Verzweiflung versteckten.
Und als hätten sie es geahnt, der Stein war zur Seite gerollt, das Grab war leer. Ihr Stresspegel stieg von einem Augenblick auf den nächsten. Dann werden sie auch noch von einem engelgleichen Wesen angesprochen, dass Jesus fort sei. Nicht gestohlen und von Grabräubern geschändet, nicht von den Behörden heimlich beseitigt, sondern gen Himmel, zu Gott auferstanden. Sie sollten sich jetzt vergewissern, dass er fort sei und es den Jüngern erzählen.
Aus der Angst, der Leichnam sei gestohlen oder versteckt worden, wurde Aufregung, ungläubiger Zweifel und Erleichterung. Alles gleichzeitig. Aber sie glaubten dem Wächter und rannten los. Vorbehaltlos. Mit Herzklopfen, und da ist das Gleichzeitige: Freude und Furcht.
Freude, dass es alles so ist, wie Jesus es vorhergesagt hatte in den Wochen zuvor. Whow, großartig. Los wir müssen das unbedingt allen weitersagen…Aber Moment: was, wenn die Männer uns zurückweisen? Was, wenn sie sagen, wir seien aus Trauer hysterisch oder phantasieren bloß rum??
Vielleicht blieben sie stehen, um das genau kurz miteinander zu besprechen… Vielleicht trauten sie dem Urteilsvermögen der Jünger auch nicht, die waren ja in den letzten Monaten nicht immer die, die verstanden, was Jesus meinte und was er voraussagte.
Und da geschah nach der Schilderung von Matthäus das Wunder: Jesus begegnete ihnen auf dem Weg, vielleicht, als sie noch so diskutierten. Und er wiederholte das, was der Wächter bereits ihnen aufgetragen hatte. Und dann rannten sie weiter… vielleicht mit weniger Furcht als Freude. Aber bei den Jüngern weiß man ja nie. Denn Jesus hatte auch noch einen Auftrag: sie sollten den Jüngern auftragen, dass sie Jerusalem schnellstens Richtung Galiläa verlassen sollten. Dort würde er sie treffen.
Ob sie das auch machen würden? Was, wenn nicht? Angst und Freude – beides gleichzeitig.
Wechselbäder der Gefühle, das kennen wir doch wirklich bei uns. So wie bei den beiden Marias.
Das erleben wir beim Sport, wo zwischen Sieg und Niederlage, zwischen grenzenlosem Jubel und grenzenlosem Frust oft nur ein Wimpernschlag liegt… und bei uns hier in Gelsenkirchen sind wir das ja gewohnt. Das sind wir. Aber wir erleben es auch bei den Wünschen, die wir mit politischen Entscheidungen verbinden, die sich als wirksam oder unwirksam herausstellen. Dementsprechend unser Wechselbad der Gefühle. Oder in der Familie, oder bei den guten Freunden, die dann vielleicht plötzlich nicht mehr so gut sind…oder, oder, oder…
Gott hat uns Menschen mit einer Vielzahl von Emotionen ausgerüstet, die alle wie ein Kompass oder Warnsystem für uns, unser Denken und Entscheiden wirken. Unsere Emotionen unterdrücken wir auch schon einmal gerne und behalten sie für uns. Man weiß ja nie. Aber: jede Emotion, ob Freude, Erleichterung, ob Furcht, Sorge oder Empathie: alle sind Träger einer Botschaft: unserer Botschaft an andere. Und sie sind zuerst eine Botschaft an uns selbst. Auf unserem Weg ins Ungewisse, also in den jeweils nächsten, zukünftigen Moment, in die nächste Begegnung hinein. Mit diesen Gefühlen steuern wir unser Verhalten. Und lassen uns den nächsten Moment gestalten. Lassen wir uns von der Freude auf Ostern und der Furcht vor dem Karfreitag an neue Ufer treiben, wie damals die Frauen am leeren Grab.
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